{"id":42003,"date":"2025-11-20T15:41:08","date_gmt":"2025-11-20T14:41:08","guid":{"rendered":"https:\/\/wgt.ch\/?page_id=42003"},"modified":"2025-11-20T16:19:27","modified_gmt":"2025-11-20T15:19:27","slug":"lesetipp-hexenkinder","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/wgt.ch\/it\/2026-nigeria-2\/fenster-zu-nigeria\/lesetipp-hexenkinder\/","title":{"rendered":"Lesetipp: Hexenkinder"},"content":{"rendered":"<section class=\"l-section wpb_row height_small\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_grid cols_1 laptops-cols_inherit tablets-cols_inherit mobiles-cols_1 valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><h2><strong>Mai\u0308mouna Obot: Mein Leben f\u00fcr die Hexenkinder. <\/strong><\/h2>\n<h3><strong>Berufen zu den verstossenen Kindern Nigerias<\/strong><\/h3>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section><section class=\"l-section wpb_row height_small\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_grid cols_1-2 laptops-cols_inherit tablets-cols_inherit mobiles-cols_1 valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"w-image align_none\"><div class=\"w-image-h\"><img decoding=\"async\" width=\"648\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wgt.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/mein-leben-fuer-die-hexenkinder_1500x@2x-648x1024.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/wgt.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/mein-leben-fuer-die-hexenkinder_1500x@2x-648x1024.jpg 648w, https:\/\/wgt.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/mein-leben-fuer-die-hexenkinder_1500x@2x-190x300.jpg 190w, https:\/\/wgt.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/mein-leben-fuer-die-hexenkinder_1500x@2x.jpg 1075w\" sizes=\"auto, (max-width: 648px) 100vw, 648px\" \/><\/div><\/div><div class=\"w-separator size_small\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><p>Bei einem Besuch Mai\u0308mouna Obots bei ihrer Freundin Bea in Barcelona, zeigt ihr diese ein Video der BBC mit dem Titel \u00abSaving Nigeria\u2019s Witch Children\u00bb. Hier erf\u00e4hrt sie, die in Deutschland lebende Juristin und Tochter eines nigerianischen Vaters und einer deutschen Mutter, zum ersten Mal, dass in Nigeria Hunderte von Kindern der Hexerei angeklagt, ausgesetzt, oft auch gefoltert und get\u00f6tet werden. Ursprung f\u00fcr diese Praxis, so der Sprecher im Video, vor allem im christlichen S\u00fcdnigeria, sind die Predigten von selbst ernannten Pastoren von pfingstlich-charismatischen Kirchen. Ihre kruden Thesen \u00abbelegen\u00bb sie mit aus dem Kontext gerissenen Bibelzitaten. Ein grosses Problem ist, so die Reporter, dass die Kinder keine Lobby h\u00e4tten und sich nur wenige trauen, ihnen zu helfen. Auch finden nur wenige Kinder in Kinderheimen Zuflucht.<\/p>\n<p>Mai\u0308mouna Obot gibt mit ihrem Buch den Kindern und ihren Lebensgeschichten eine Stimme, Hoffnung und den Glauben an eine Zukunft. Eine Stimme, die unbedingt geh\u00f6rt werden muss und so mithilft, dass Menschen in Europa und in Nigeria in ein neues Denken kommen.<br \/>\nEin \u00e4usserst lesenswertes Buch, das zum Nachdenken \u00fcber ein unbekanntes und totgeschwiegenes Thema einl\u00e4dt und zu Fragen nach unserem eigenen Umgang und unserer Reflexion zu diesem Thema.<\/p>\n<p><strong>Mai\u0308mouna Obot: Mein Leben f\u00fcr die Hexenkinder.<br \/>\n<\/strong>Berufen zu den verstossenen Kindern Nigerias<br \/>\nSCM H\u00e4nssler Verlag 2022, 264 Seiten<\/p>\n<p>Bettina Wissert, Oktober 2025<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section><section class=\"l-section wpb_row height_small\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_grid cols_1 laptops-cols_inherit tablets-cols_inherit mobiles-cols_1 valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><h6><a href=\"https:\/\/wgt.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Hexenkinder-Buch-Zusammenfassung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Hexenkinder-Buch-Zusammenfassung.pdf<\/strong><\/a><\/h6>\n<h5><strong>Ma\u00efmouna Obot: Mein Leben f\u00fcr die Hexenkinder\u00a0<\/strong><\/h5>\n<h6><strong>Berufen zu den verstossenen Kindern Nigerias<\/strong><\/h6>\n<p>Bei einem Besuch Mai\u0308mouna Obots bei ihrer Freundin Bea in Barcelona, zeigt ihr diese ein Video der BBC mit dem Titel \u00abSaving Nigeria\u2019s Witch Children\u00bb. Dieser Film schockiert Mai\u0308mouna Obot und ihre Freundin Bea sehr. Gleichzeitig weiss sie, dass Nigeria, die Heimat ihres Vaters, ihr sehr fremd ist: Sie kann keine der einheimischen Sprachen und f\u00fchlt sich wegen ihrer helleren Hautfarbe fremd. Und doch nimmt sie Kontakt mit ihren Verwandten in Nigeria auf.<\/p>\n<p>2016 fliegt sie nach Nigeria. Dort besucht sie ein Kinderheim, in dem \u00abHexenkinder\u00bb leben. Immer wieder wird sie damit konfrontiert, dass die Infrastruktur von Firmen gespendet wurde, f\u00fcr die Instandhaltung aber kein Geld mehr fliesst. Als sie mit der Leiterin des Kinderheims zum Einkaufen auf den Markt geht, erf\u00e4hrt sie, dass nach der Er\u00f6ffnung des Heimes die Marktfrauen keine Lebensmittel an die \u00abHexenkinder\u00bb und ihre Helfer und Helferinnen verkaufen wollten. Beim Spielen mit den Kindern fallen ihr bei einigen Kindern grosse Narben am Kopf auf. Einer der Jungen erwidert auf ihre Frage, was es mit der Narbe auf sich hat: \u00abDas ist passiert, als sie mir den Kopf \u00f6ffnen wollten, damit der Teufel aus mir ausfahren kann.\u00bb (S. 30) Fasziniert liest sie nach und nach die Akten der Kinder und erf\u00e4hrt so ihre Geschichten.<\/p>\n<p>Eine wichtige Arbeit des Kinderheims erlebt sie hautnah mit: Vers\u00f6hnungsarbeit zwischen den Kindern, ihren Familien, die noch in ihren Heimatd\u00f6rfern leben und den Bewohner:innen dieser Heimatd\u00f6rfer. Denn ein Nigerianer\/eine Nigerianerin ohne Familie, ohne Zugeh\u00f6rigkeit zu einem Dorf, hat weder auf dem Arbeits- noch auf dem Heiratsmarkt eine grosse Chance. \u00abNur wer ein Dorf und damit eine Vergangenheit hat, hat auch eine Zukunft.\u00bb (S.\u00a032)<\/p>\n<p>Oft sind die Ursachen der Anklage zur Hexerei, das erf\u00e4hrt Mai\u0308mouna bei den Vers\u00f6hnungs\u00adbesuchen, Armut der Herkunftsfamilie, das Wohnen armer Kinder bei reicheren Verwandten, wo sie in sklaven\u00e4hnlichen Verh\u00e4ltnissen leben und die Schule nicht besuchen d\u00fcrfen, aber auch die Predigten von Pastoren, \u00c4ltesten und Diakonen von Freikirchen. Diese erhoffen sich mit Exorzismen zus\u00e4tzliche Einkommen und einen h\u00f6heren Zulauf der Gl\u00e4ubigen. Sie erf\u00e4hrt, dass die Anklage im h\u00e4uslichen, nachbarschaftlichen oder kirchlichen Umfeld entsteht, dort gepr\u00fcft und best\u00e4tigt wird.<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckflug nach Deutschland wird ihr klar, dass fehlendes theologisches Wissen Menschen daran hindert, den Hasspredigern und ihren bewaffneten Schl\u00e4gertrupps Paroli zu bieten. Finanzielle Ressourcen, Mitarbeiter:innen und theologisches Wissen sind n\u00f6tig, damit bei den Menschen ein Umdenken beginnen kann. \u00abDie in Nigeria praktizierte Hexenverfolgung ist ein durch die Kirche geschaffenes Problem, die Kirche ist gleichzeitig aber auch der Schl\u00fcssel zur L\u00f6sung f\u00fcr dieses Problem\u00bb, so ihre Schlussfolgerung (S.\u00a044).<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in Deutschland gr\u00fcndet sie den Verein \u00abStorychangers e.V.\u00bb, der gegen die Hexenverfolgung in Nigeria k\u00e4mpft. Er will die Opfer finanziell unterst\u00fctzen und durch Aufkl\u00e4rungskampagnen, indem die Geschichten der Kinder dokumentiert und erz\u00e4hlt werden, zuk\u00fcnftige Opfer verhindern.<\/p>\n<p>Bei ihren n\u00e4chsten Reisen beginnt sie einheimische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter f\u00fcr die Arbeit vor Ort zu suchen und ein Bewusstsein f\u00fcr diese Kinder zu schaffen. Immer wieder erf\u00e4hrt sie von Kindern, die in D\u00f6rfern der Hexerei angeklagt sind. Zudem bekommt sie Kontakt zu dem privaten Waisenhaus \u00abWay to the Nations\u00bb, eines der wenigen Heime, die sich um diese Kinder k\u00fcmmert und ihnen ein Zuhause bietet. Fakt ist, dass in Nigeria die staatlichen Heime fast keine dieser Kinder aufnehmen \u2013 weil die Mitarbeiterinnen Angst vor ihnen haben.<\/p>\n<p>Bei ihren Recherchen \u00fcber das Thema besch\u00e4ftigt sie sich auch mit den Hintergr\u00fcnden in Europa und den hier noch immer vorhandenen Strukturen und Gedanken. Dabei fallen ihr viele Parallelen auf \u2013 und sie stellt sich die Frage, wie es Europa geschafft hat, dieses Thema mehr oder weniger zu bearbeiten und zu beenden. Denn, so stellt sie am Ende des Buches fest, v\u00f6llig beendet ist es weder in Europa noch weltweit.<\/p>\n<p>Eingewoben in ihre eigene Auseinandersetzung mit diesem Thema \u2013 gerade auch als Christin \u2013, mit ihren Erlebnissen und Begegnungen in Nigeria, sind Erlebnisse mit Kindern und die ausf\u00fchrlichen, ungesch\u00f6nten und ersch\u00fctternden Geschichten von Hope, Joy, David, Nsembo, Christopher und Promise. Kinder, die als Hexenkinder verfolgt und gequ\u00e4lt wurden, und die durch die Waisenh\u00e4user, in denen sie leben, nun Hoffnung auf eine Zukunft haben.<\/p>\n<p>Bettina Wissert, Oktober 2025<\/p>\n<p><strong>Mai\u0308mouna Obot: Mein Leben f\u00fcr die Hexenkinder.<br \/>\n<\/strong>Berufen zu den verstossenen Kindern Nigerias<br \/>\nSCM H\u00e4nssler Verlag 2022, 264 Seiten<\/p>\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mai\u0308mouna Obot: Mein Leben f\u00fcr die Hexenkinder. Berufen zu den verstossenen Kindern Nigerias Bei einem Besuch Mai\u0308mouna Obots bei ihrer Freundin Bea in Barcelona, zeigt ihr diese ein Video der BBC mit dem Titel \u00abSaving Nigeria\u2019s Witch Children\u00bb. 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