Kooperationsveranstaltung Paulus Akademie und Weltgebetstag Schweiz vom 6. Februar 2026

Die Kooperationsveranstaltunug unter dem Titel «Belastet aber nicht gebrochen – Lebensrealitäten nigerianischer Sexarbeiterinnen in der Schweiz» stiess auf ein reges Interesse. Ein Thema, worüber unsere Gesellschaft gerne schweigt. Getragen von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft gelangen Jahr für Jahr junge nigerianische Frauen auf unsicheren Wegen über Europa in die Schweiz. Dabei geraten sie als Opfer von Täuschung und Menschenhandel in die (Zwangs)prostitution.

Die vielschichtigen Gründe dieser Lebenswege junger nigerianischer Frauen beleuchtete Medinat Abdulazeez Malefakis, Expertin für internationale Zusammenarbeit, in ihrem Impulsreferat. Sie erklärte die kulturelle und wirtschaftliche Situation in Nigeria, die einer der Gründe ist, warum sich junge Frauen auf die gefährliche Reise nach Europa begeben. Dabei erstaunte es die Zuhörer:innen, dass diese oft Jahre dauert, begleitet von Misshandlungen, Ausbeutung und Verschuldung, bis das Ziel Schweiz und damit ein vermeintlich besseres Leben erreicht ist.

Erschreckend war die Aussage, dass nicht das Leben als Sexarbeiterin in der Schweiz das schlimmste sei in ihrem Leben, das sie über sich ergehen lassen müssen – Dies erklärt die Bedeutung der Aussage «Belastet – aber nicht gebrochen.»

In der anschliessenden Podiums-diskussion unter der Leitung von Adrienne Hochuli, Leiterin Fachbereich Theologie und Religion, Paulus Akademie gaben Cornelia Zürrer Ritter, Leiterin Fachstelle für Menschen im Sexgewerbe (Rahab Heilsarme Zürich) und Nina Lanzi, Fachverantwortliche für Politik und Bildung, FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration einen Einblick in ihre Arbeit. Dabei kam immer wieder zum Ausdruck, dass die Arbeit mit den nigerianischen Sexarbeiterinnen schwierig ist und mit viel Geduld angegangen werden muss, da zuerst die Angst und das verständliche Misstrauen überwunden werden muss. Abdulazeez Malefakis zeigte auch auf, dass der nigerianische Einfluss auf die jungen Frauen bis in die Schweiz reicht.

Einmal mehr zeigte der Abend, dass der Weltgebetstag mit dem Motto «informiert beten – betend handeln» dazu beitragen kann, die Belastung der Frauen im Ursprungsland zu lindern und sie zu einem selbstbestimmten Leben zu ermächtigen, damit sie nicht gebrochen werden.

Sara Hanselmann, Vroni Peterhans, Béatrice Battaglia

Weitere Informationen finden sich auf der Website der Paulus Akademie

Belastet, aber nicht gebrochen – Paulus Akademie