Bericht zur schweizerischen Tagung am 12. September 2026

Am 12. September erfolgte in der Schweiz der Startschuss für die Jubiläumsfeiern zum 100-jährigen Geburtstag des Weltgebetstages. Aus diesem Anlass fand im Institut für Ökumenische Studien der Universität Freiburg eine zweisprachige Vorbereitungstagung statt. Der grosse Anteil an französischsprachigen Frauen machte den Vorstand des WGT Schweiz sehr glücklich. Nach der Begrüssung hörten wir einen Vortrag von Frau Prof. Barbara Hallensleben zu einem Wort, das der Weltgebetstag so gut symbolisiert wie kaum eine andere Organisation: Ökumene. Wir haben die ursprüngliche Bedeutung dieses griechischen Wortes erfahren, «die bewohnte Welt», und in welchen Bibelstellen sich das Wort wiederfindet. In hunderten von Jahren wandelte sich der Sinn des Wortes. Nach dem Zuhören ging es über zum Lesen und Agieren. Mit Hilfe von zehn Posten war die Geschichte des WGT dargestellt: von der Vorgeschichte über die wichtigsten historischen Entscheidungen und Ereignisse bis zur Gegenwart – samt Überlegungen zur Zukunft. Historische Dokumente lagen auf und beim WGT-Spiel konnten die Anwesenden ihre Kenntnisse über den WGT belegen. Den Abschluss dieses Tagespunktes bildete der gesungene Kanon Magnificat von Taizé, der im Vorraum der Aula Magna wunderschön klang. Anschliessend teilten sich die Anwesenden für zwei verschiedene Beiträge auf. Die französischsprachigen Frauen hörten einen Vortrag von Herrn Prof. James Morgan, in dem er auf die spezielle Stellung des Lukas-Evangeliums unter den Evangelisten sprach, sowohl in Bezug auf die Adressaten seines Textes als auch auf die besonderen Inhalte. Dazu gehört das Magnificat (Lukas 1,39-56), zu dem es noch genauere Erläuterungen gab. Die deutschsprachigen Teilnehmerinnen erhielten in der Kapelle Impulse zum Hannalied (1. Sam, 2) von Frau Prof. Sigrid Eder. Alle konnten sich zuerst zu einigen Schlüsselbegriffen hinstellen und körperlich die Ziel-Botschaft nachempfinden: Gott richtet Niedergedrückte auf. Auf kreative, vielfältige Weise wurde dieses bedeutende Lied für Gerechtigkeit und Frieden erlebt.

Nachdem wir mit so viel Wissen genährt wurden, war es nun an der Zeit, auch Speisen für den Körper zu uns zu nehmen. Vorher lernten aber alle noch den Tanz zum Weltgebetstagslied, der zwischenzeitlich fast vergessen war. Die einfachen Schritte waren schnell gelernt. Getanzt in einem grossen Kreis, draussen unter der strahlenden Sonne, begeisterte er alle Tänzerinnen und war auch Sinnbild für unsere Zusammengehörigkeit mit allen Weltgebetstagsfrauen.

Zu sehen auf unserem Facebook-Konto: https://www.facebook.com/reel/1538666671281159

Es war uns eine grosse Freude, dass Edith Toth aus Rumänien – eine unserer Europadelegierten – an unserer Vorbereitungstagung teilnehmen konnte. Ihre herzlichen Grussworte im Namen des internationalen WGT wurden in die Liturgiefeier integriert, die am Nachmittag im Mittelpunkt stand, aufgebaut mit der Zahl 7. Die Liturgie wurde an einigen Stellen gekürzt, an anderen ergänzt, um Anstösse zu geben für die Feiern am 5. März 2027. Die 100 Jahre internationaler Weltgebetstag WDPI wurden durch Texte und Bilder erfahrbar. Wir hörten die Loblieder von Hanna, Elisabeth und Maria und erhielten dazu meditative Impulse mit persönlichen Fragen an uns selbst. Die Kollekte, der wichtigste Teil unserer Feier, um unserem Motto «informiert beten – betend handeln» gerecht zu werden, bekam auch viel Platz in der Liturgiefeier dieses Nachmittags. Gerade im nächsten Jahr wird es wichtig sein, eine gute Präsentation für das Einsammeln der Kollekte zu machen. Zwischendurch sangen wir in vielen Sprachen Lieder aus vergangenen WGT-Jahren. Wie immer schlossen wir unsere Veranstaltung mit dem WGT-Lied. Diesen Samstag sangen wir zu der wohlbekannten Melodie den neuen englischen Text, den der WGT international für diesen Anlass geschrieben hat.

Die Teilnehmerinnen verliessen zufrieden und bereichert die Tagung und wurden von der Sonne nach Hause begleitet.

Carola Kneubühler